das Ei hat gerade rund um Ostern Hochkonjunktur. Ob braun, weiß oder türkisfarben, ob klein oder groß, es darf am Ostertisch nicht fehlen. Doch als eiweißreiches Kraftpaket sollte das Ei das ganze Jahr über auf den Tisch kommen, denn es zählt zu den hochwertigsten Lebensmitteln, die wir haben.
Die Eier, diese kleinen Proteinquellen, haben vor allem im Frühling Hochkonjunktur. Das Ei hat in der Schöpfungsgeschichte des Menschen eine symbolische Rolle, die sich durch verschiedene Kulturen zieht und das Leben und die Fruchtbarkeit darstellt. Die Eier dienen in der österlichen Zeit nicht nur Genusszwecken, in den unterschiedlichsten Materialien haben sie schon längst als Dekorationsobjekte Einzug in unser Zuhause gefunden.
Ob Hühnereier, Wachteleier, Schokoeier, Porzellaneier oder Glaseier, hierzulande sind die kleinen Runden mit der harten Schale und dem weichen Kern fester Bestandteil unserer Osterfeiertage.
Rund um das Ei
Der österreichische Pro-Kopf-Verbrauch an Eiern beträgt ca. 242 Stück pro Jahr. Die Konsumenten greifen beim Kauf der Eier zu 55 % zu Eiern aus Bodenhaltung, gefolgt von fast 32 %, die Eier aus konventioneller Freilandhaltung kaufen. 13 % der gekauften Eier stammen aus biologischer Freilandhaltung.
Die Hochleistungshennen, die in Österreich mit Futtermischungen aus Mais, Weizen und gentechnikfreiem Soja gefüttert werden, legen durchschnittlich 1 Ei pro Tag. Nach ein bis eineinhalb Jahren nimmt ihre Legeleistung ab und sie finden ihren Weg in den Suppentopf.
Woher kommen unsere Eier?
Das Frischei mit Schale ist in Österreich seit der Einzeleikennzeichnung auf den ersten Blick bis ins Detail gekennzeichnet. Jedes Ei, das in den Handel kommt, ist mit einem Zahlencode versehen. Aus diesem gehen die Haltungsform, das Herkunftsland und der Produktionsbetrieb hervor. Dieser Code folgt dem Muster 0-AT-1234567.
Der Zahlencode auf den Eiern:
- Einstellige Zahl: Sie kennzeichnet die Haltungsform. Es wird zwischen 0, 1 und 2 unterschieden. 0 steht für Eier aus Biohaltung, 1 für Eier aus konventioneller Freilandhaltung und 2 für Eier aus Bodenhaltung.
- Zwei nachfolgende Buchstaben. Sie stehen für das Herkunftsland, z. B. AT für Österreich.
- Eine siebenstellige Zahl: Das ist die Betriebsnummer des landwirtschaftlichen Betriebs.
Ein weiterer Bestandteil, jedoch nicht verpflichtender Bestandteil der Einzeleikennzeichnung, ist das Mindesthaltbarkeitsdatum mit der Abkürzung MHD sowie der Angabe Tag und Monat.

Das steckt im Hühnerei
Das Hühnerei setzt sich zu zwei Dritteln aus Wasser zusammen, der Rest entfällt zu rund 13 % auf Eiweiß und rund 11 % auf Fett, wobei das Fett fast zur Gänze im Dotter enthalten und die Fettsäurezusammensetzung als günstig einzustufen ist. B-Vitamine, besonders das B2 und B12, findet man sowohl im Eiweiß als auch im Dotter. Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K hingegen sind auf den Dotter konzentriert.
Das Protein im Hühnereiweiß ist gut verdaulich. Die Eiweißqualität des Hühnereies ist zu unterstreichen, da im Vergleich mit anderen eiweißreichen Lebensmitteln das Hühnerei die höchste biologische Wertigkeit besitzt. Das Protein aus dem Ei kann nämlich vom menschlichen Körper zu fast 100 % zu körpereigenem Eiweiß umgewandelt werden.
Sind Eier gesund?
Die Meinungen, wie viel Eier pro Tag noch gesund seien, gehen auseinander und werden oft im Zusammenhang mit dem hohen Cholesteringehalt des Eidotters geführt. Neuere Untersuchungen zeigen allerdings, dass der Cholesterinspiegel nur zu einem geringen Grad durch die Ernährung beeinflusst werden kann. Der Körper erzeugt 80 bis 90 % des Cholesterins selbst.
Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einen bewussten Verzehr von Eiern, die den Speiseplan ergänzen und Bestandteil einer vollwertigen Ernährung sind.
Im Vergleich mit anderen eiweißreichen Lebensmitteln besitzt das Hühnerei die höchste biologische Wertigkeit.
Haltbarkeit von Eiern
Frische Eier zählen zu den leicht verderblichen Lebensmitteln mit begrenzter Haltbarkeit. Unabhängig von der Farbe der Eischale sind Eier bei richtiger Lagerung mindestens 28 Tage nach dem Legen haltbar. Wichtig hierbei ist, dass die natürliche Schutzschicht des Eies durch Waschen und Risse in der Schale nicht zerstört wird, wodurch Keime eindringen können.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht, dass das Ei nach Erreichen der Mindesthaltbarkeit entsorgt werden muss. Solange es keine Geruchs- und Farbveränderungen aufweist, ist es für den menschlichen Verzehr geeignet. Jedenfalls sollte es aber nach Erreichen der Mindesthaltbarkeit durcherhitzt werden, das bedeutet, dass man die Eier für einige Minuten auf mindestens 70 °C erhitzt. Wie frisch das Ei tatsächlich ist, ergibt sich aus dem Mindesthaltbarkeitsdatum minus 28 Tage. Das wäre das Legedatum.
Eier richtig lagern
Für Eier ist die ideale Lagertemperatur zwischen 5 und 8 °C, der Kühlschrank ist aber keinesfalls ein Muss. Wichtig ist es, bei der Lagerung von Eiern zu berücksichtigen, dass die Eier keinen großen Temperaturschwankungen unterworfen sind.
Kauft man sie gekühlt, sollte die Kühlkette nicht unterbrochen werden und man bewahrt sie gekühlt auf. Erwirbt man sie ungekühlt, kann man sie sehr wohl außerhalb des Kühlschrankes an einem kühlen und dunklen Platz lagern. In beiden Fällen ist es aber zu vermeiden, die Eier neben stark riechenden Lebensmitteln aufzubewahren, da sie leicht Geruch annehmen.

Ab mit dem Ei in die Küche
Das Ei verwöhnt unseren Gaumen auf verschiedenste Weise. Ob weichgekocht, hartgekocht oder als Spiegelei, bunt gefärbt oder dekoriert – vor allem zu Ostern –, wir genießen es je nach Anlass. Nicht zu vergessen ist das Ei in seiner verarbeiteten Form, wenn es zum Beispiel als Biskuitroulade, im Eiauflauf, in der Osterpinze oder als zuckersüßes Lamm zu Ostern als Nachspeise serviert wird. Die Eier sind somit nicht nur zu Ostern ein unverzichtbares Lebensmittel in unserer Küche, sondern begleiten uns das ganze Jahr hindurch.
Rezepte mit Eiern
Pochierte Eier auf English Muffins oder Toast – nicht nur in den USA, auch in Großbritannien, Australien und anderen Ländern liebt man dieses Frühstück. Probieren Sie unbedingt dieses feine Rezept für Eier Benedict mit Osterschinken. Übrigens, auch English Muffins sind einfach zu machen.


Pancakes sind die kleinen Verwandten der Palatschinken. Unser Rezept wird mit Erdäpfeln verfeinert. Die Erdäpfelpancakes werden mit Eiercreme serviert. Wer mag, streut noch reichlich Schnittlauch drüber. Auch fein aufgeschnittener Osterschinken passt perfekt zu diesem Rezept.
Diese Eier im Nest werden in einen Mantel aus Faschiertem eingepackt. Dazu passt, nicht nur geschmacklich, ein feines Püree aus Erbsen (Extratipp: gerne noch mit Schlagobers verfeinern). Ein Gericht, das Farbe auf den Teller bringt und noch dazu so gut schmeckt!


Einer Schicht Erdäpfel folgt eine Schicht Eier, Schinken macht das Ganze pikant und ein Guss aus Topfen und Eiern sorgt für Extrasaftigkeit. Perfekt auch als Resteessen. Diesen feinen Erdäpfel-Ei-Auflauf werden Sie ganz bestimmt lieben!
Das Ei ist eine unserer wertvollsten Eiweißquellen in der Ernährung. Neben Proteinen enthält es auch viele Vitamine, vor allem B-Vitamine. Greifen Sie zu Bio- oder Freilandeiern – neben den günstigeren Haltungsbedingungen enthalten diese Eier auch mehr Mikronährstoffe.
Informationen:
Daniela Pecnik, Ernährungslehrerin und Kräuterpädagogin















