Internationales Jahr der Bäuerin und Landwirtin: Frauen in der Landwirtschaft sichtbar machen

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ie Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerinnen erklärt. Mit dieser Resolution soll die zentrale Rolle von Frauen in der Landwirtschaft weltweit sichtbar gemacht und ihre Leistungen für Betriebe, Familien und Gesellschaft anerkannt werden. Wir nehmen das zum Anlass, um Bäuerinnen und Landwirtinnen vorzustellen, die mit Kochen & Küche verbunden sind.

„Ich weiß, woher mein Essen kommt – und das wird ein Luxus sein“

Seit 1380 wird auf dem Hof der Familie Gaßner im Mühlviertel gewirtschaftet – heute in Bio. Tanja Gaßner ist Seminarbäuerin, betreibt die „Schule am Bauernhof“ und engagiert sich in der Direktvermarktung. Wir haben sie gefragt, was sie antreibt.

Eckpunkte zum Hof:

  • Region: Mühlviertel
  • 1380 erstmals urkundlich erwähnt
  • 24,5 ha Eigenfläche

 

Bäuerliche Schwerpunkte:

  • Bio Landwirtschaft mit Mutterkuhhaltung und Schweinemast
  • Direktvermarktung,
  • Mostschenke „Speck-Alm“ (Eltern sind noch Betriebsführer).
  • Tanja macht die „Schule am Bauernhof“ und ist Seminarbäuerin.

Was sind deine drei Gründe diese Arbeit zu machen?
Unabhängigkeit, Bodenständigkeit und Vielfältigkeit.
Ich weiß, woher meine Lebensmitteln stammen und wie sie zubereitet worden sind. Und ich bin mir sicher, dass genau das in Zukunft noch ein Luxus sein wird.

Was sind für dich die größten Herausforderungen als Frau in der Landwirtschaft?
Ich denke, es ist nicht entscheidend, ob eine Frau oder ein Mann die Landwirtschaft führt. Wichtig sind eine Begegnung auf Augenhöhe und Verständnis füreinander. Leider leiden viele Betriebe heutzutage unter der enormen Bürokratie, wirtschaftlichen Herausforderungen und familiären Unstimmigkeiten. Dadurch geht leider viel Potenzial verloren.

Was würdest du dir wünschen, damit die Arbeit einfacher wird?
Da ich viele Ideen habe – insbesondere im Bereich nachhaltiger und sozialer Projekte – wäre es wünschenswert, wenn sich die Einkommenssituation verbessern würde. Der Stundenlohn von BetriebsführerInnen auf landwirtschaftlichen Betrieben ist oft sehr gering. Zudem würden die meisten in dieser Berufsgruppe zusätzliche Einnahmen kaum für Luxus ausgeben, sondern vielmehr für den Erhalt und die Weiterentwicklung ihres Hofes investieren.

Hat sich das gesellschaftliche Bild der Bäuerin in den letzten Jahren verändert?
In meiner Jugend galt es eher als „uncool“, auf einem Bauernhof zu leben. Heute hat sich das Bild deutlich gewandelt: Das Leben am Hof erfährt wieder mehr Anerkennung, und viele sind stolz darauf, dort aufgewachsen zu sein oder zu leben.

Was rätst du Frauen, die einen Hof übernehmen möchten?
Gut beraten lassen, neugierig sein und sich inspirieren lassen … es muss nicht immer alles so weitergeführt werden wie bisher, man soll es unbedingt nach seinen eigenen Bedürfnissen gestalten.

Und nun zu deiner Küche: Was kochst du am liebsten?
Schnelle Gerichte – ich schätze die Effizienz! Mein Liebling sind gebratene Schweinestreifen, also ein Geschnetzeltes, auf Karotten-Krautgemüse nach asiatischer Art. Das klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich, aber die Kombination aus dem heimischen Schweinefleisch und der asiatischen Würze funktioniert wunderbar.

Und beim Backen?
Da bin ich ein echter Germteig-Fan. Germteig und Kleingebäck.

Was zeichnet deinen Kochstil aus?
Drei Dinge: Kreativität, Resteverwertung und Nachhaltigkeit. Kreativ kochen heißt bei mir oft, zu schauen, was da ist und was man daraus Gutes machen kann. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern macht auch Spaß.

Tanja Gaßner betreibt gemeinsam mit ihren Eltern den Biobetrieb Speck-Alm im Mühlviertel, Oberösterreich. Mehr Infos unter www.speck-alm.at und auf Instagram: @speckalm_gassner oder @tanja_gassner und Facebook @SpeckAlm oder @biobaeuerin.tanja

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